Lorenz Baum kommt mit Anlauf ins Ermstal
Lorenz Baum kommt mit Anlauf ins Ermstal
05.07.2026
Das Tübinger Lauf-Ass ist mal wieder dabei. Am 12. Juli läuft er den Zehner, zwei Tage zuvor steht noch eine Bahn-Quali für die DM ins Haus.
Es hat nie richtig in den Terminkalender gepasst. Lorenz Baum, einer der bekanntesten Läufer aus der Region Neckar-Alb, musste immer passen, wenn im Ermstal der Marathon anstand, weil er schon verplant war, beziehungsweise ein Auftritt dort nicht mit den Vorbereitungen für große Rennen oder Meisterschaften vereinbar war. Er wusste natürlich, was ihm dabei entging. Der Läufer der LAV Stadtwerke Tübingen hätte schon gerne den Flair dieser Veranstaltung genossen, die in Läuferkreisen einen exzellenten Ruf genießt. 2026 klappt es, Lorenz Baum nimmt sich die Zeit. Zu lange dauern soll es freilich nicht über die zehn Kilometer.
Es passt perfekt
„Das passt in diesem Jahr perfekt. Ich laufe am Freitag zuvor bei unserem eigenen Meeting, LAV & friends, auf der blauen Bahn in Tübingen die 5000 Meter. Dann bietet sich am Sonntag ein Zehner geradezu an“, sagt Lorenz Baum. Soweit zur Logik eines Läufers. Die fünf Kilometer auf der Bahn sind, das sollte man vielleicht noch erwähnen, kein entspannter Trainingslauf mit Freunden. Die LAV Stadtwerke Tübingen eröffnet damit die Möglichkeit, sich auf den letzten Drücker für die zwei Wochen später stattfindende Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Und das würde Lorenz Baum gerne tun. Das Lorheidestadion in Wattenscheid lockt. Dass dort früher Bundesligafußball gespielt wurde, hat der junge Mann nicht gewusst, jetzt wurde es ihm gesagt.
Wir haben es schon erwähnt, dass sich Silvan Rauscher freut, den alten Weggefährten aus Tübinger Zeiten zu sehen. Auch Lorenz Baum freut sich sehr. „Das ist immer cool, wenn man sich kennt und miteinander rennt.“ Zunächst miteinander – dann gegeneinander. Angesprochen auf Rauschers schwarze Serie gegen ihn, noch nie hat der Münsinger gewonnen, lacht Baum. „Vielleicht passiert es ja genau an besagtem Sonntag.“ Vielleicht aber auch nicht, weil Lorenz Baum gut unterwegs ist, wie eigentlich immer.
So steht zum Beispiel aus diesem Jahr eine hervorragende Marathonzeit. 2:16:38 Stunden ist er in Hannover gelaufen, wurde damit Dritter in der DM-Wertung. Aktuell interessanter sind die Bestzeiten über zehn Kilometer: 29:47 auf der Bahn, 29:54 auf der Straße. Da kann er im Ermstal vorne dabei sein, keine Frage. Zusammen mit Silvan Rauscher.
Neuer Lebensabschnitt
Baum bewegt sich im Training in eher gemäßigten Zonen. 80 bis 100 Kilometer pro Woche, in einer Marathon-Vorbereitung können es zwischen 120 und 160 werden. Der Medizintechniker an der Uniklinik Tübingen trainiert ein Mal am Tag, am Wochenende können es täglich auch zwei Einheiten werden. Was nach dem Ermstal-Marathon kommt, ist noch nicht klar. Oder eigentlich doch. „Wir bekommen im August unser erstes Kind. Deshalb will ich da noch keine großen Pläne schmieden, weil das natürlich absolute Priorität genießt“, freut sich Lorenz Baum auf den neuen Lebensabschnitt.
Zunächst aber auf den Lauf-Doppelpack am 10. und 12. Juli. Wenn dann noch das Wetter einigermaßen normal ist, wäre Lorenz Baum glücklich. „Trainierte Leute stecken das eher weg. Andere kommen sehr schnell in Schwierigkeiten bei fast 40 Grad.“ Bei der LAV hat man das Teamtraining vorsorglich nach hinten verlegt. Die Absage von sämtlichen anstehenden Läufen am vergangenen Wochenende war für den 36-Jährigen in Ordnung. Davon betroffen waren ja auch Veranstaltungen der LAV. Nicht auszudenken, wenn es wieder so heiß werden sollte Richtung Ermstal-Marathon. (Wolfgang Seitz/SWP)