Recep Arslan jagt den Streckenrekord
Recep Arslan jagt den Streckenrekord
28.06.2026
Der Kurde kommt mit der Empfehlung vieler Siege und etlicher Bestzeiten am 12. Juli ins Ermstal.
Das ist nicht nur so dahergesagt. „Mein aktuelles Hauptziel ist der Ermstal-Halbmarathon. Ich habe mich für dieses Rennen angemeldet, weil ich den Streckenrekord von 1:08:10 Stunden angreifen möchte. Dafür trainiere ich sehr hart und fühle mich gut vorbereitet“, teilt Recep Arslan mit. Es heißt zwar immer noch Ermstal-Marathon, aber es hat wiederum seine Richtigkeit, weil die halbe Distanz das höchste der Gefühle ist, das im Angebot ist. Vergangenes Jahr tauchte Arron Nitschke quasi aus dem Nichts auf, und der Mann aus „Down under“ war nach dem Rennen absolut begeistert, wollte nicht ausschließen, wiederzukommen – wobei die Anreise natürlich heftig ist. Wenn es sich mit irgendetwas verbinden ließe, kann man für nichts garantieren. Der Streckenrekord hat Appetit auf mehr gemacht.
Das kann etwas werden
Eventuell meldet Nitschke wieder kurz vor knapp, Recep Arslan hat dies für sich schon erledigt. Und wir wollen in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass auch Dominik Notz vorhat, von den angestammten zehn auf die 21,0975 Kilometer zu erhöhen. Ehrensache, dass der Dettinger den Streckenrekord kennt und sich zumindest damit beschäftigen will. Zusammen mit Arslan wird er sich auf den Weg machen, und wer weiß, wer sonst noch mitmischt am 12. Juli.
Recep Arslan hat auch schon in der Türkei sportliche Erfolge gefeiert. „Als Kurde hatte ich jedoch oft das Gefühl, nicht die Unterstützung und die Chancen zu bekommen, die ich für meine sportliche Entwicklung gebraucht hätte. Deshalb habe ich mich entschieden, in Deutschland einen Neuanfang zu machen und mein Potenzial hier weiterzuentwickeln“, verrät er. Seit vier Jahren ist Arslan in Deutschland – und er hat sich weiterentwickelt, was man an den Erfolgen ablesen kann. In erster Linie ist da vielleicht der Sieg beim Hannover-Marathon Mitte April zu nennen, den Recep Arslan in 1:06:58 Stunden gewonnen hat. Das war ein neuer Streckenrekord in einem hervorragend besetzten Rennen. In Bonn war er noch schneller (1:06:11) – exakt eine Woche nach Hannover. Den Bremen-Marathon hat er im vergangenen Jahr in 2:33:54 Stunden gewonnen, die Bestzeit über den „langen Kanten“ stammt ebenfalls aus 2025 mit 2:25:58 in Hamburg.
Arslans erster Verein in Deutschland war das Running Team Ortenau, dem er für die Unterstützung dankt, die ihm dort zuteil wurde. Mittlerweile startet der 28-Jährige für den MTV 1846 Gießen. Zu seinem ehemaligen Teamkollegen und heutigen Trainer Metin Yalçin ist er nach Salzgitter gegangen.
Dem Zufall überlässt man gar nichts, das Pensum ist enorm. Recep Arslan trainiert sieben Tage pro Woche und kommt auf etwa 180 Kilometer.
Aktuell steht der Ermstal-Halbmarathon im Fokus, danach will er sich auf den Köln-Marathon konzentrieren, der am 4. Oktober steigt. Das Ziel dort ist dasselbe wie im Ermstal: Er will gewinnen.
„Ich glaube fest daran, dass Disziplin, Geduld und harte Arbeit der Schlüssel zum Erfolg sind. Deshalb werde ich weiterhin alles geben, um meine Ziele zu erreichen“, lautet das abschließende Statement des Mannes, der es im Ermstal krachen lassen wird.
(Wolfgang Seitz/SWP)