Sport-Großevent in Metzingen - So sieht das Hitzekonzept für mehr als 3000 Teilnehmer aus
Sport-Großevent in Metzingen - So sieht das Hitzekonzept für mehr als 3000 Teilnehmer aus
07.07.2026
(Bilder: Thomas Kiehl)
Am 12. Juli könnte es heiß hergehen beim Ermstal-Marathon. Weil die 30-Grad-Marke wohl deutlich überschritten wird, verlegen die Veranstalter die Läufe in die Morgenstunden. Gleichzeitig sprechen die Macher von einem neuen Anmelde-Rekord.
35 Grad am 12. Juli? Als die Macher des Ermstal-Marathons Mitte dieser Woche die Wetterprognosen gesehen haben, ist es ihnen erst mal kalt den Rücken heruntergelaufen. Nicht, weil es so eisig wird an dem Lauf-Sonntag, sondern weil die Region wieder zum Glutofen werden könnte. Nun schwanken die Vorhersagen zwar derzeit ein wenig hin und her, aber das Hitzekonzept, das das etwa zehnköpfige Organisationsteam in Windeseile erarbeitet hat, steht fest. Die meisten Startzeiten wurden nach vorn in die Morgenstunden verlegt. Auf die Strecke gehen werden dann aller Voraussicht nach so viele Teilnehmer wie noch nie. 3238 Sportler haben sich bislang angemeldet. Die Rekordzahl macht, genauso wie die möglichen Rekord-Temperaturen, die Planung nicht gerade leichter.
Zwei Möglichkeiten, eine Entscheidung
Es gab zwei Möglichkeiten, als die Verantwortlichen sich am Mittwochabend, die Wetter-App fest im Blick, zusammengesetzt haben: eine Absage der Veranstaltung oder eine Umplanung. „Eine Absage hätten wir auch noch ganz kurz vor dem Event beschließen können“, berichtet Mitorganisator Michael Koch. Doch die Macher haben sich für die andere Variante entschieden. „Wir wollten Plan B durchziehen und umplanen“, sagt Koch. Also mussten die weit über 3000 Teilnehmer und 500 Helfer frühzeitig über die Änderungen informiert werden. Außerdem war es wichtig, sämtliche Lieferanten rechtzeitig zu benachrichtigen. Metzger, Bäcker, Getränkehändler, Techniker: Für sie alle gibt es einen neuen Einsatzplan.
Besagter Plan B bedeutet, dass der Halbmarathon in Metzingen auf dem Kelternplatz nun eine Stunde früher, also um 8 Uhr, beginnt. Der Fünf-Kilometer-Lauf startet in Dettingen in der Kappishäuser Straße nicht um 12, sondern um 8.05 Uhr. Auf die Minute zeitgleich gehen die Zehn-Kilometer-Läufer in Bad Urach am Thermalbad auf die Strecke. Sie wären normalerweise erst um 9 Uhr losgerannt. Die Schülerläufe sollen um drei Stunden nach vorn gezogen werden. Sie beginnen um 11 Uhr in Metzingen – wenn das Wetter mitspielt. Denn sollte es zu heiß werden, sagt das Orga-Team die Schülerläufe ab. „Wir holen sie dann nach und machen ein neues Event nach den Sommerferien daraus“, erklären die Veranstalter.
Walker-Start ist komplett gestrichen
Schon jetzt komplett gestrichen ist indes der Start der Walker und Nordic Walker – und zwar aus Platzgründen. Würden sie auch noch teilnehmen, wäre die Strecke schlichtweg zu voll. Doch auch ohne die Walker wird es auf den Straßen und Wegen, auf denen die Läufer unterwegs sind, schon eng genug zugehen. „Weshalb wir auf die Disziplin der Sportler angewiesen sind und dringend darum bitten, das Rechts-Lauf-Gebot einzuhalten“, betont Michael Koch mit Nachdruck. Denn die zeitliche Zusammenlegung der drei großen Läufe könnte zu Gedränge führen. Es dürfte sowohl Gegenverkehr als auch schnelle Sportler, die von hinten ankommen, geben. Dann nämlich, „wenn beispielsweise die ersten Zehner auf die langsameren Fünfer treffen“, wie es die Marathon-Macher in ihrem Schreiben an die Teilnehmer formulieren. „Wir werden versuchen, das mit Begleitfahrrädern zu regeln“, heißt es in dem Info-Brief weiter. Mitorganisator Koch hofft, dass die Gruppen dort aufeinandertreffen, wo die Straßen und Wege am breitesten sind. So sei es jedenfalls geplant.
DRK und Polizei befürworten den Plan
Die früheren Startzeiten sind die eine Vorsichtsmaßnahme, die die Sportler vor extrem hohen Temperaturen schützen soll, die andere ist die große Zahl an Versorgungsstationen. Nach den Hitzebestimmungen des Leichtathletikverbandes müsste alle drei Kilometer eine Verpflegungsstelle sein. Beim Ermstal-Marathon sind es auf zehn Kilometer verteilt acht Stationen, wenn man den Start mitrechnet. Ein spezielles Sprühzelt wird es in Neuhausen vor der Firma Lechler geben, eine große Schwammstation wird in Dettingen bei der Papierfabrik aufgebaut. (SWP/04.07.2026/Evelyn Rupprecht)