Bend Weis kennt die Strecke wie kein Zweiter
Bend Weis kennt die Strecke wie kein Zweiter
10.07.2026
Der Athlet der SG Dettingen hat schon zwischen Bad Urach und Metzingen trainiert, als es den Ermstal-Marathon noch gar nicht gab.
Heimvorteil zählt beim Ermstal-Marathon nicht so viel. Wenn dem aber so wäre, könnte Bernd Weis, für die SG Dettingen auch in Sachen Duathlon und Triathlon unterwegs, einen großen Batzen vorweisen. „Ich trainiere auf der Strecke schon immer. Oft dient sie auch als Startrampe, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin“, sagt Bernd Weis, der sogar noch zwei Sachen draufsetzen kann. Den Weg zur Arbeit und retour kann der Dettinger auf der Strecke abspulen, und dann wohnt er auch noch sehr nah dran.
Schatten gab es noch nie
Als 2008 der erste Ermstal-Marathon über die Bühne ging, kannte Bernd Weis den Weg also schon bestens, und geändert hat sich seither gar nichts. „Strecke und Landschaft sind wunderschön. Nur gibt es kein bisschen Schatten“, sagt jener, der es wissen muss. Im Wald sei es morgens bei den herrschenden Temperaturen ja ganz angenehm, nur gebe es Ähnliches eben nicht im Glutofen Ermstal. Streuobstbäume ja, die stehen aber natürlich neben der Strecke.
Deshalb ist Weis auch vorsichtig, setzt sich nicht unnötig unter Druck. Den Halbmarathon hat er für Sonntag als zu laufende Strecke auserkoren. Wenn er die knapp über 21 Kilometer in unter 1:30 Stunden bewältigen kann, dann passt es. Und es passt definitiv eher, wenn es nicht ganz so heiß wird. Helfen kann dabei, dass der Start vorsorglich auf 8 Uhr vorverlegt wurde. Die Altersklasse gewinnen will Bernd Weis schon, der nach kurzem Nachdenken mitteilen konnte, dass er mittlerweile 58 Jahre alt ist.
Das nimmt er als gegeben hin, etwas anderes ist ja ohnehin nicht möglich. Vielmehr ist Weis glücklich, dass es noch so gut läuft bei ihm. Konkreter: dass er wieder so gut laufen kann. Eine Hüftoperation hat die jahrelangen Qualen beendet – und die Vernunft hat auch Einzug gehalten. „Ich trainiere ja auch nicht mehr so extrem, laufe ungefähr drei Mal pro Woche. Das bekommt auch manch Hobbyläufer zusammen. Dafür fahre ich mehr Rad und gehe schwimmen.“ Er ist eben ein Triathlet, noch mehr ein Duathlet. Und deshalb ist Bernd Weis am Sonntag auch im Halbmarathon unterwegs. Der passt prima in die Vorbereitung auf die Duathlon-EM im schweizerischen Zofingen im Herbst. Die Anforderungen wären dort wie folgt: zehn Kilometer Laufen, 150 Kilometer Radfahren, 30 Kilometer Laufen. „Ich hoffe sehr, dass ich nominiert werde“, sagt Bernd Weis. Es wäre die zehnte Teilnahme.
Die Anzahl seiner Teilnahmen am Ermstal-Marathon kann nicht nachvollzogen werden. Es waren sehr viele. „Ich will einfach diese tolle Veranstaltung unterstützen“, sagt Bernd Weis, der Mitstreiter von der SG Dettingen an seiner Seite weiß. „Es sind heuer nicht so viele wie sonst, das sieht im nächsten Jahr wieder besser aus, wenn Verletzte zurückkommen. Dann laufen auch immer mehr Dettinger für die LAV Tübingen. Das ist der Top-Verein in Baden-Württemberg, wenn es ums Laufen geht“, sagt Weis. Christian Reusch hat im vergangenen Jahr Platz zwei im Halbmarathon belegt, mittlerweile hat auch er das Trikot der SG ausgezogen und trägt jenes der LAV.
Heinkel nimmt den Sprint
Für die SG Dettingen ist auf alle Fälle Markus Heinkel am Sonntag unterwegs. Der Berglauf-Spezialist wird sich den Fünfer vornehmen und zählt dort zweifellos zu den Favoriten. Der junge Ahmad Bayram wird definitiv über zehn Kilometer einen der vorderen Plätze belegen. Selina Seitz und Sarah Ban rennen ebenfalls den Zehner. In der weiblichen Jugend U18 darf man sie weit vorne erwarten – zumindest in der AK. Laufcoach Bernd Weis ist sehr gespannt, wie sich er und sein Team schlagen.
Ein pinker Zehner für die Vorbereitung
Das Wichtigste sagt Miriam Hirsch, Trainerin der TuS Metzingen, ganz am Schluss: „Mit Katha Goldammer steigt unsere U20-Weltmeisterin beim Ermstal-Marathon wieder in die Vorbereitung ein.“ Sie wird nach Lage der Dinge die einzige Weltmeisterin im Starterfeld sein.
Die Bundesliga-Handballerinnen nehmen geschlossen das Rennen auf, eventuell müssen zwei gesundheitlich Angeschlagene passen. Zeitvorgaben gibt es keine. „Die Mädels sollen nach einer anstrengenden Woche auf Puls laufen. Ein Maximalpuls ist vorgegeben, mit dem sie die zehn Kilometer durchziehen sollen“, sagt die Chefin. Sie freut sich auf das tolle Event, Präsenz und Sichtbarkeit „in unserer Stadt“ sind ihr wichtig. Zudem können die Pink Ladies ganz nebenbei auch noch die Region kennenlernen. Sofern sie einen Blick dafür haben.
Nicht verschweigen darf man an dieser Stelle, dass auch die Handballer des TV Neuhausen den Ermstal-Marathon in die Vorbereitung integriert haben. Da gibt es sogar welche, die sich den Halbmarathon vorgenommen haben. Die Jugend beider Vereine ist ebenfalls mit an Bord. (Wolfgang Seitz/SWP)